Eine der am meisten wiederkehrenden Fragen ist, wie man große Gruppen managen kann. Dass dieses Problem überhaupt auftritt liegt in der Natur der Sache: Eine Schnitzeljagd spielt man nun einmal am besten in der Gruppe und gerade bei größeren Events wird dieses Spiel gerne für ein gemeinsames Miteinander integriert. Zusammen rätseln, marschieren und knobeln — das schweißt zusammen.

Doch je mehr Leute mitspielen, desto wahrscheinlicher ist es, dass man sich auf den Füßen steht. Während “die da vorne” alle Rätsel lösen, laufen “die am Ende” dann nur hinterher.

Aus diesem Grund sollte man sich bei der Organisation einer Schnitzeljagd die Frage der Gruppen- und Teamgröße stellen. Ab welcher Teilnehmerzahl sollte man eine große Gruppe in mehrere kleinere teilen? Was heißt überhaupt groß und klein? Gibt es die ideale Gruppengröße? Und wie kann der Organisator einer Schnitzeljagd eine Schnitzeljagd für 40, 50 — oder gar mehr als 100 Personen veranstalten?

Bei der Konzipierung jedes Gruppenspiels ist die Gruppengröße ein entscheidender Faktor. Das gilt natürlich auch für eine Schnitzeljagd oder Schatzsuche – egal ob für Erwachsene oder Kinder. Aus diesem Grund gehe ich in der Regel wie folgt vor:

Prinzip teilen und herrschen

Ich schlage immer vor, maximal in Gruppen von 8 Personen loszuziehen. Sind mehr Leute mit von der Partie, sollte man die Teilnehmer in Teams à 4-5 Personen teilen.
Je mehr Teams es gibt, desto dringender wird dann aber die Frage: Wie schaffe ich es, dass sich die einzelnen Teams nicht auf den Füßen stehen?
Hierzu habe ich verschiedene Lösungsansätze, von denen manche dem einen oder anderen Organisatore vielleicht nicht gefallen werden.

Die Ideallösung: Unterschiedliche Routen bestimmen

Die erste Möglichkeit, eine Schnitzeljagd für viele Teilnehmer zu gestalten ist, verschiedene Routen zu erstellen. Das bedeutet aber in der Praxis leider häufig, dass man quasi mehrere Schnitzeljagden erstellt. Schließlich sollte ja jede Gruppe einem in sich geschlossenen Pfad folgen, der nicht nur zum Zielort führt, sondern auch Aufgaben und Rätsel dem Motto (oder der Story) entsprechend integiert.
Dass dieses Vorgehen zu einem immensen Mehraufwand führt, dürfte jedem klar sein. Doch nur so kannst Du gewährleisten, dass es innerhalb der Gruppen zu einem Wettstreit kommt, wer die Schnitzeljagd gewinnt und damit den Schatz zuerst erreicht.

Falls das aber für Dich nicht so wichtig ist und es Dir eher um das Erlebnis geht, habe ich einige Ideen gesammelt. Mit diesen musst Du nicht ewig planen, basteln und Routen ablaufen, sondern kannst eine Schnitzeljagd für alle Teams der Gesamtgruppe nutzen.

Tipp 1: Lasse Teams zeitlich versetzt starten

Der erste Tipp ist ziemlich simpel: Gib jedem Team einen bestimmten Zeitpunkt vor, ab dem losgelaufen wird. Je nach Größe des Zeitfensters kannst Du einen Puffer schaffen, durch den sich Teilnehmer nicht an Stationen begegnen. Wieviel Zeit vergeht, bis die nächste Gruppe startet, musst Du in Abhängigkeit des Terrains, der Strecke und natürlich der Schwierigkeit der Aufgaben an Stationen bestimmen.

Denn: Teams stehen an Stationen gerne einige Minuten herum und rätseln, wie und wo es weitergeht. Kalkuliere also lieber großzügig.
Wie Du den Spielern mitteilst, dass sie später starten ist ebenfalls Dir überlassen. Möglich sind mehr oder weniger schwierige Starträtsel für jedes Team, eine „Go!“-Nachricht per WhatsApp vom Organisator an Teamleader oder einfach eine bestimmte Uhrzeit.

Tipp 2: Lasse Teams von unterschiedlichen Orten starten

Ebenfalls ziemlich offensichtlich ist die Möglichkeit, jedes Team von unterschiedlichen Orten in die Schnitzeljagd starten zu lassen. So können alle gleichzeitig den Startpunkt, z. B. die Wohnung verlassen und sich je Gruppe zum individuellen Startort begeben. Auch hier ist die mehr oder weniger lange zurückzulegende Wegstrecke ein tolles Mittel, um einen Zeitpuffer aufzubauen und will wohl kalkuliert werden.

Tipp 3: Lasse Teams miteinander kommunizieren

Wenn Du jeder Gruppe einen Teamleader zuweist, dessen Handynummer allen anderen Gruppen bekannt ist, kannst Du bei der Organisation ganz direkt in den Verlauf der Schnitzeljagd eingreifen. Hat Team 1 Station A geschafft, muss sie an Nummer XY (Team 2) ein bestimmtes Codewort senden. Dieses kann einfach nur als Startsignal zum Losmarschieren zu Station A gewertet werden oder auch Teil der Lösung für eine Aufgabe sein. Möglich wäre auch, mit dem Codewort das Versteck des Hinweiszettels an Station A anzuteasern.
Hierzu solltest Du aber dringend nachfolgenden Tipp 4 beachten!

Tipp 4: Eine Station, eine Aufgabe — unterschiedliche Hinweiszettel

Bei großen Gruppen und gleicher Strecke empfehle ich Dir, diesen Tipp immer umzusetzen: Schreib für jede Gruppe und jede Station einen gesonderten Hinweiszettel. Der Inhalt kann gerne derselbe sein, doch sollte er sich z. B. durch Farbe oder Form unterscheiden. Die unterschiedlichen Zettel kannst Du sogar am gleichen Ort verstecken.

Dank optisch unterschiedlicher Hinweiszettel hast Du folgende Vorteile:

  1. Du musst weniger Aufgaben & Rätsel entwerfen
  2. Du brauchst weniger Verstecke
  3. Gruppe A findet und öffnet nicht versehentlich den Hinweiszettel für Gruppe B
  4. Du brauchst keine Workarounds wie “Seht euch das Rätsel an und versteckt es wieder für die nachfolgenden Gruppen”. Das ist eine große Fehlerquelle, die Du unbedingt vermeiden solltest.

Leider hat auch Tipp 4 einen Nachteil: Dadurch, dass jede Gruppe sieht, dass auch andere demselben Pfad folgen, schwindet die Magie der Jagd. Hast Du aber weder Zeit noch Lust eine riesige Schnitzeljagd zu konzipieren, musst Du diesen Kompromiss wohl eingehen.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meinen Tipps weiterhelfen. Falls Du Dich noch fragst, wie Du die Stationen der Schnitzeljagd am besten verbindest, habe ich hier zwei weitere Sammlungen von Ideen & Tipps:

Streckenführung leicht gemacht

Gute Verstecke für die Schnitzeljagd

Wenn Du noch Fragen zur Organisation großer Gruppen hast oder Du selbst Tipps hast, wie man Teams durch die Schnitzeljagd führt: Immer her damit! Ich freue mich über jedes Feedback.

Große Gruppen in der Schnitzeljagd: Tipps zur Organisation

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