Farben werden unseren Kindern regelrecht in die Wiege gelegt. Mit königlichem Blau werden Jungen eingekleidet und mit einem besänftigenden Rosa die Mädchen. Welch eine Katastrophe würde aus dem neu gekauften Kinderwagen blicken, hätte der neue Erdenbürger lila Babyschühchen an oder die neue Erdenbürgerin eine blaugrüne Strampelhose! Pastelltöne machen aus einem Buben ein Weichei und bestimmende Farben aus Mädchen gnadenlose Emanzen. Die abweichende Farbgebung im Kinderwagen würde das gesellschaftliche Klischee ganz schön durcheinanderbringen! Mein Gott, wie ich dieses Klischee ablehne!

Aber dennoch: Farben begleiten unser Leben.

Wann lernen Kinder Farben und können sie benennen?

Gott sei Dank erkennen Neugeborene zunächst nur Kontraste! Erst ab drei Monaten können Eure Kinder Farbtöne wahrnehmen aber noch lange nicht differenzieren. Folglich wäre es ihnen komplett egal, welche Farbe die selbstgestrickte Mütze von Oma Adelheid hätte.
Sobald sich der sprachliche Horizont über die Zwei- und Drei-Wort-Sätze erweitert, können eure Kinder immer deutlicher die Farben benennen. Ihr seht also, dass die Benennung der Farben stark abhängig von der Sprachentwicklung ist.

In der Regel gilt: Ab einem Alter von drei Jahren können Kinder die meisten Farben benennen! Kinder lernen Farben ganz einfach und schnell. Es gibt für sie keinen Unterschied zwischen “leichten” und “schweren” Farben. Dabei ist der Alltag ihr bester Lehrmeister!

Ein Spiel zum Farben lernen: Farbentage!

Eine kreative Herangehensweise in der Farbenlehre ist gefragt!

“Learning by doing” lautet die bisher erfolgreichste Devise!

Kinder brauchen einen Bezug auf eine Sache, die sie lernen sollen. Sie müssen im Gehirn Verknüpfungen herstellen, die sie später abrufen können, wenn das Auge etwas wiedererkennt.

Lernen mit allen Sinnen ist kein Unsinn! Gerade im Sommer ist es einfach, mit Euren Kindern “Farbentage” zu gestalten.

  • Zum Beispiel beginnt der ROTE TAG damit, indem Ihr Euch ein rotes Kleidungsstück aus dem Schrank aussucht. Am Spielteppich können sie einen Turm bauen, der nur aus roten Legosteinen besteht.
  • Zum Mittagessen könnte es Pommes Frittes oder Potatoe Wedges mit rotem Ketchup (oder frischen Tomaten) geben. Am Nachmittag richtet Ihr Euren Kindern einen roten Obstteller bestehend aus Erdbeeren, Himbeeren, roten Johannisbeeren und einer Wassermelone.
  • Beim Spaziergang könnt Ihr Eure Kinder auf die ersten roten Mohnblumen im Getreidefeld aufmerksam machen oder auf den wunderschönen Rosenstrauch des Nachbarn.
  • Der ROTE TAG endet mit einem leckeren Tomatenbrot zum Abendessen und beim Zubettgehen beschließt Ihr, mit welcher Farbe der nächste Tag starten soll.

Eure Kinder haben nach so einem Tag zahlreiche Impulse erhalten, dass ihnen die Farbe rot vertraut ist. Selbst wenn ihnen das Farbenwort nicht gleich einfällt, könnt ihr sie an das Erlebte erinnern.

Spielidee:

Regenbogen Schnitzeljagd: Schönes Spiel für 3-Jährige zum Farben lernen

In meiner Regenbogen-Schnitzeljagd habe ich mit meinem 3-jährigen Neffen nicht nur das Zimmer (mehr oder weniger) aufgeräumt, sondern auch ein kleines Farbenspiel veranstaltet. Das hat uns beiden wirklich gut gefallen und ich habe schon viel positives Feedback für diesen Vorschlag erhalten.

Vielleicht ist das Spiel auch etwas für Dich? Probiere es doch einmal aus – die Vorbereitung dauert maximal 2-3 Minuten!

Wie kann ich mein Kind unterstützen, ohne es ständig aktiv zu bespaßen?

Es ist nie ein Fehler, dem Kind eine kindgerechte Umgebung zu schaffen. Eine Sitzauflage für die Toilette oder ein eigener Kindertisch zum Malen schaffen Euren Kindern Erleichterung in einer Welt, die scheinbar nur für Erwachsene gemacht ist.

Trotzdem lieben Kinder es, in den Alltag integriert zu werden.

Wir brauchen ihnen nicht ein weiteres Plastikspielzeug zu kaufen wenn sie mit euch Socken-Memory spielen können! Da macht das Zusammenlegen der Socken Euch selbst auch mehr Spaß! Schwarze und Weiße Wäschestücke zu trennen macht gemeinsam Freude. Eure Kinder haben weitere Farben gelernt und ihr konntet nebenbei einen Teil der Hausarbeit erledigen.

Ein weiteres Spiel: Farben-Schatzsuche – oder die etwas andere Schnitzeljagd

Wer kennt sie nicht? Die Farbtafeln aus den Baumärkten für Wandfarben! Es ist kaum zu glauben, aber Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viele Farben in der Natur tatsächlich vorkommen, die auf diesen Farbtabellen abgebildet sind!

Magenta kommt in Wald und auf der Wiese nicht vor? Jadegrün, lagunenblau und mausgrau auch nicht? Na dann, macht Euch auf die Socken!

Einfach und schnell lassen sich aus ocker-braunem Elefantenpapier Schatzkarten herstellen. Wer kein Elefantenpapier zu Hause hat, kanns sich die Schatzkarte anz einfach selbst basteln:

  1. nimm ein weißes Kopierpapier
  2. weiche es in Kaffeesud so lange ein, bis es eine bräunliche Farbe angenommen hat
  3. zerknülle es einmal ganz fest
  4. streife es vorsichtig wieder auseinander
  5. lasse es trocknen
  6. Schreibe anschließend mit einem schwarzen Stift die Hinweise drauf.

Möglichst geheimnisvoll und mystisch sollten die Hinweise sein. Ich habe für meine gruselige Halloween-Schnitzeljagd auch schon einmal eine Anleitung zur Alterung von Aufgabenkarten und Schatzkarten vorgestellt.

Bastel-Tipp:

Schatzkarte basteln: Mit Haushaltsmitteln alte Karten basteln

Spielidee:

Feinmotorik Spiele für Kinder & Kleinkinder

Spielidee:

Kinder beschäftigen: Corona & Schulferien, Spiele für drinnen und draußen

Beispiele für schnell gemachte Farbenrätsel in Reimen

Geht hin zum Bach! Welche Farbe reimt sich auf blau?
Wer es weiß, der sucht jetzt ganz genau!
Ist das nicht fein?
Der Hinweis steht auf einem ______ Stein! (grauen)

Auf der Fichte wachsen sie nach unten, auf der Tanne nach oben!
In dunklem Braun liegen sie oft am Boden! (Tannenzapfen)

Vereinfachte Variante der Farben-Schnitzeljagd

Wenn Ihr Euch so eine Farbtafel im Baumarkt besorgt habt, könnt Ihr die Farben ausschneiden und diese auf Eurem ausgewählten Pfad deponieren. Stattet die Kinder mit Papiertüten oder Stoffsäckchen aus. Ziel ist es, dass die Spielteilnehmer zu jeder Farbe in der Natur etwas gefunden haben, das sie in ihren Papier- oder Stoffsäckchen mitbringen müssen.

Dem/Der SiegerIn, sprich dem/der FarbenkönigIn könnt ihr als Preis kleine Einmachgläser gefüllt mit bunten Smarties überreichen (oder einen farbenfrohen Früchte-Nüsse-Mix). Achtet möglichst darauf, dass Ihr Plastik vermeidet, merci 🙂

Gar nicht so schwierig oder?
Na dann: Auf die Farben! Fertig! Los!

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Farben lernen
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